Komplexität ist ein untrennbarer Bestandteil der Welt realer dynamischer
Systeme. Sie entsteht typischerweise dadurch, dass viele Systemkomponenten
(Agenten, Akteure) auf eine nicht-lineare Weise miteinander in Wechselwirkung
treten. So entsteht ein komplexes zeitliches und räumliches Verhalten, wie
beispielsweise Chaos und Unordnung, aber auch Strukturbildung und Ordnung. Der
Komplexitätsgrad solcher Systeme lässt sich mathematisch durch Attraktoren,
Zeitreihen, Entropiebegriffe, Fraktale und andere Kriterien bestimmen. Die
Variation von Systemparametern führt im allgemeinen zu Instabilitäten, sowie
Verzweigungen und somit zur Veränderung des Systemverhaltens. Die mathematische
Systemtheorie beschäftigt sich mit der Beschreibung und modellbasierten
Vorhersage des Systemverhaltens. Die mathematischen Kontroll- bzw.
Steuerungstheorie hat zum Ziel, das Systemverhalten durch den Entwurf geeigneter
Regler gezielt zu beeinflussen. Dabei gilt es in vielen Anwendungen, gewisse
Kostenfunktionale zu optimieren (Optimalsteuerung).
Im Fokus dieses Kurses steht die Behandlung von modernen mathematischen Methoden
und Algorithmen zur Analyse, Regelung und Optimierung derartiger Systeme. Die
Themen werden zum Teil von den Organisatoren in einführenden Vorträgen dargelegt
und zum Teil im Rahmen von Seminarvorträgen von den studentischen Teilnehmern
erarbeitet und präsentiert, sowie durch die Beschäftigung mit Übungsaufgaben
während der Ferienakademie vertieft. Vortragsthemen können zu den folgenden
Themenkomplexen angeboten werden:
- Fundamentale Konzepte aus der mathematischen Theorie linearer und
nichtlinearer dynamischer Systeme und Anwendungen: Insbesondere sollen Modelle
und mathematische Techniken aus der neuronalen Informationsverarbeitung
behandelt werden.
- Mathematische Grundlagen, Algorithmen und Optimierungsmethoden zum Entwurf
von Reglern insbesondere mittels Methoden der konvexen Optimierung, mit
Anwendungen auf Systeme aus der Mechatronik und der Luftfahrt.